Michaela Munz aus Ostelsheim im Kreis Calw telefoniert für ihr Leben gern. So gern, dass sie ihr Leben jetzt sogar in eine Telefonzelle verlegt. Morgen/Dienstag wird die 24-jährige Verkäuferin in eine gläserne Telefonzelle ziehen. Diese wird extra für die Aktion auf dem Unteren Marktplatz in der Sindelfinger Innenstadt aufgestellt. Zusammen mit ihrer Schwester Martina (28) will sie dort drei Tage und drei Nächte auf engstem Raum in aller Öffentlichkeit leben und sich mit dieser verrückten Aktion 100.000 Euro verdienen. Diese Summe schenkt ihr der baden-württembergische Privatsender Hit-Radio ANTENNE 1, wenn sie für ihre Idee am Ende der Aktion „Was tun Sie für 100.000 Euro?“ zum Sieger gekürt wird. Einzug in die Telefonzelle ist morgen/Dienstag sechs Uhr.
Seit mehr als vier Wochen sucht Hit-Radio ANTENNE 1 "Baden-Württembergs beste Idee" und belohnt diese mit 100.000 Euro. Über 4.500 Vorschläge sind bisher beim Sender eingegangen. Drei Ideen werden letztlich realisiert. Ab Freitag kann dann im Internet auf www.MeinANTENNE1.de für den jeweiligen Favoriten abgestimmt werden.
„Am Anfang hielten mich alle für total verrückt, als sie hörten, dass ich meine 60 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung gegen eine Telefonzelle eintauschen möchte“, lacht Michaela, die wegen ihrer Telefonleidenschaft auf die verrückte Idee kam. „Inzwischen finden es aber alle ganz witzig“, schmunzelt sie. Unterstützung bei der Umsetzung bekommt die Ostelsheimerin von ihrer Schwester Martina. Die 28-jährige Friseurin aus Stuttgart-Heumaden leistet ihrer „Kleinen“ im wahrsten Sinne des Wortes Beistand, in dem sie gleich mit in die Zelle zieht. Auch wenn es dadurch noch etwas enger werden dürfte.
Drei Tage und drei Nächte werden die Schwestern rund um die Uhr in der etwas mehr als einen Quadratmeter großen Telefonzelle leben, essen, schlafen, lachen, streiten und natürlich telefonieren. „Der erste Tag wird sicher noch aufregend. Die kalten Nächte und das Schlafen werden nervenaufreibend und spätestens am dritten Tag liegen die Nerven blank, weil man nicht richtig sitzen und schlafen kann“, ist sich Martina sicher. Da ist neben Durchhalte- vor allem auch Stehvermögen gefragt. Die Schwestern sind das lange Stehen zwar von Berufswegen gewohnt, dennoch sind die Anstrengungen nicht zu unterschätzen. „Wichtig ist, dass sie sich regelmäßig bewegen und die Füße vertreten“, so Dr. Reintraud Schunn aus Sindelfingen. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin der Gemeinschaftspraxis Dr. Schunn und Dr. Jelic wird zusammen mit dem DRK Sindelfingen die Schwestern während der Aktion ärztlich betreuen. Aller vier Stunden müssen die Frauen die Zelle für mindestens zehn Minuten verlassen und können diese Zeit nutzen, um zur Toilette zu gehen und sich zu waschen. Ansonsten findet das Leben der beiden Schwestern komplett in der Telefonzelle statt. „Ich bin mal gespannt, wie wir uns die Zeit vertreiben werden“, so Michaela, „auf jeden Fall werden wir viel telefonieren“.
Ob Michaela und ihre Schwester für ihren Einsatz am Ende mit 100.000 Euro belohnt werden, bestimmen die Baden-Württemberger. Sie entscheiden, welche Idee die „Beste Idee Baden-Württembergs“ ist. Als erster Kandidat hatte Tilo Salameh (30) aus Alpirsbach im Kreis Freudenstadt sein strahlend weißes Haus von Kindern kunterbunt anmalen lassen. Frank Hoffmann aus Stuttgart hingegen hatte sich in einen Rollstuhl gesetzt und war damit in drei Tagen über 80 Kilometer von Stuttgart nach Heilbronn gefahren, obwohl er kerngesund ist und ganz normal laufen kann. |