Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus setzt sich aktiv für mehr Organspenden ein. In einem Radio-Aufruf appelliert der Politiker an die Bereitschaft der Menschen im Land, sich mit dem Thema zu beschäftigen und einen Organspendeausweis auszufüllen. Mappus selbst ist seit mehr als 13 Jahren im Besitz eines solchen Ausweises. Seitdem trägt er diesen in seinem Geldbeutel immer bei sich.
„Ich werbe dafür, dass möglichst viele Baden-Württemberger auch einen solchen Spenderausweis haben, damit Menschen, denen es schlecht geht, in Zukunft geholfen werden kann“, sagt er im Interview mit dem baden-württembergischen Privatsender Hit-Radio ANTENNE 1. „Wir alle sollten darüber nachdenken, nach unserem Tod vielleicht jemand anderem das Leben zu retten“, so Mappus weiter. Sein Aufruf läuft ab sofort mehrfach täglich im Programm des Senders.
Vergangene Woche erst hatte der Privatsender darauf hingewiesen, dass die Zahl der Organspenden und Transplantationen in Baden-Württemberg weiter rückläufig ist. „Noch immer gibt es viel zu wenig Menschen in unserem Land, die sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und bereit sind zu spenden“, weiß auch Transplantationsexperte Martin Kalus vom Stuttgarter Katharinenhospital. In einer landesweiten Aufklärungskampagne informieren die Radiomacher deshalb in den kommenden Wochen ausführlich über das Thema. Unter dem Motto „Lebensretter gesucht“ sollen zudem neue Organspender gewonnen werden. Unterstützt wird die Initiative auch von Baden-Württembergs Gesundheitsministerin Dr. Monika Stolz und der Stiftung „Fürs Leben“.
Neben den Informationen im Programm, sind die Moderatoren des Senders in dieser Woche in ganz Baden-Württemberg unterwegs, besuchen Unternehmen und leisten direkt vor Ort Überzeugungsarbeit. Begleitet werden sie dabei von einem Organspende-Koordinator der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Organspende-Koordinatoren bilden die Schnittstelle zwischen den Krankenhäusern, den Transplantationszentren, der Vermittlungsstelle Eurotransplant und den Angehörigen der Verstorbenen. Bundesweit sind etwa siebzig Koordinatoren der DSO im Einsatz. Zudem können sich Interessierte einen Organspendeausweis auf der Internetseite des Senders (www.MeinANTENNE1.de) herunterladen oder sich als Organspender in die so genannte „Heldengalerie“ eintragen. Mehrere tausend Baden-Württemberger sind diesem Aufruf bereits gefolgt
In Baden-Württemberg warten derzeit über 1.500 Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Umfragen zufolge wären zwar siebzig Prozent der Menschen bereit, nach ihrem Tod ein Organ zu spenden, aber nur 15 Prozent haben tatsächlich einen Spenderausweis. Häufige Ursachen dafür sind Unsicherheit und Angst.
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