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Pressemitteilung vom 10.03.2010
 

Zum Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen:
Angehörige der Opfer gestalten eigenen Radiobeitrag


Mit einem eigens gestalteten Radiobeitrag wenden sich Angehörige der Opfer des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen diesen Donnerstag an die Menschen in Baden-Württemberg. Zum ersten Jahrestag wollen sie auf diese Weise an die schrecklichen Ereignisse vom 11. März 2009 erinnern und ihrer anhaltenden Trauer Ausdruck verleihen. Gleichzeitig appellieren sie an die Öffentlichkeit, sie an diesem Tag ungestört und in aller Stille gedenken zu lassen. Hit-Radio ANTENNE 1 sendet den Beitrag im Rahmen der landesweiten Gedenkminute um 9.33 Uhr in seinem Programm. 

„Wir möchten nicht, dass unsere Kinder und all die Opfer in Vergessenheit geraten“, sagt Barbara Nalepa, Mutter einer Schülerin, die bei dem Amoklauf an der Albertville-Realschule vor einem Jahr ums Leben kam. In Gedenken an die 15 Opfer verliest sie ein Gedicht. In dem Werk von Friedrich Rückert, das den Titel „Kindertotenlied“ trägt, heißt es: „Du bist ein Schatten am Tage und in der Nacht ein Licht; du lebst in meiner Klage und stirbst im Herzen nicht.“ Im Anschluss an das Gedicht spielt der Sender auf Wunsch der Hinterbliebenen ein Lied für die Opfer. „Wir haben uns für den Song `Im Himmel fehlt heute ein Engel´ von Anke Lautenbach entschieden“, erzählt Barbara Nalepa. Der Titel drücke am besten die Situation der Angehörigen aus und helfe, den schmerzlichen Verlust ein Stück weit zu ertragen. „Wir haben keine Sekunde gezögert, diesem Wunsch zu entsprechen“, sagt Hit-Radio ANTENNE 1-Programmchef Alexander Heine. „Uns war es wichtig, den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, die Gedenkminute so gestalten zu können, wie sie es möchten“, so der Programmchef weiter.

Kritik an öffentlicher Gedenkfeier

Unterdessen wird unter den Betroffenen und Angehörigen der Opfer Kritik an der öffentlichen Gedenkfeier laut. Vor allem den Zeitpunkt der Veranstaltung, die von elf bis zwölf Uhr direkt vor dem Eingang der Albertville-Realschule stattfindet, halten einige für unpassend. „Wir werden nicht daran teilnehmen“, sagt Barbara Nalepa. „Unsere Tochter ist um kurz vor elf Uhr im Krankenhaus verstorben. Zu diesem Zeitpunkt möchten wir gern allein sein und an ihrem Grab stehen“, so die 38-Jährige. Auch einem geplanten Mittagessen mit dem Bundespräsidenten wollen sie fernbleiben. Zum einen hätte es Beschränkungen gegeben, mit wie vielen Personen jede Familie daran teilnehmen kann, zum anderen wolle man an dem Tag viel lieber unter sich sein. „Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Politiker kommen, aber sie hätten einen anderen Zeitpunkt wählen können“, findet Barbara Nalepa. Zudem gehe es der Mutter und den anderen Angehörigen ohnehin vielmehr darum, dass die Politiker ihren vielen Worten zu dem Thema auch Taten folgen lassen. „In Wirklich hat sich bis jetzt noch nicht viel verändert. Wir müssen noch viel mehr für die Sicherheit unserer Kinder tun“, fordert Nalepa.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Sylvi Brunner
Hit-Radio ANTENNE 1 / Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 07 11 – 72 72 73 80
S.Brunner@antenne1.de
www.MeinANTENNE1.de

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