Ostermanns Kolumne vom 11.02.2010
Es gibt doch nichts Schöneres, als an einem kalten, verschneiten Wintertag in die Sauna zu gehen. 23 Millionen Deutsche tun das regelmäßig. Darunter auch zig Beamte. Für sie eine seltene Gelegenheit auch mal ins Schwitzen zu kommen. Ich habe bei meinem letzten Saunagang die verschiedenen Sauna-Typen studiert. Ein unangenehmer Artgenosse ist der „Sauna-Dazwischen-Drängler.“ Er betritt die Sauna grundsätzlich fünf Sekunden vor dem Aufguss, analysiert, dass alle Plätze belegt sind und nutzt anschließend den rutschigen Schweiß, um sich galant dazwischen gleiten zu lassen. Weniger dreist, dafür sehr amüsant, ist der „Macho- Saunierer“. Meist mit zwei bis drei weniger gutaussehenden Kumpels anzutreffen. Er setzt sich schon zehn Minuten vor dem Aufguss mit stolz geschwellter Brust in die oberste Reihe, hat bereits nach der ersten Runde einen knallroten Kopf und muss spätestens nach der Zweiten von Sanitätern rausgetragen werden. Die dritte Spezies ist der oder besser gesagt die „Kaffeeklatsch- Sauniererin“. Während der Rest versucht zu den beruhigenden Chakra- Klängen zu meditieren, unterhält sie sich in voller Lautstärke über die neusten Rezepte der Brigitte oder die neue Frisur von Uschi Glas.
Vielleicht finden Sie beim nächsten Aufguss den ein oder anderen Sauna-Typen wieder. Und ganz wichtig: Drei Saunagänge mit Wärme-, Abkühl- und Ruhephase reichen vollkommen aus. Alles Andere ermüdet den Körper nur und Sie sind nachher so schlapp wie Günther Oettinger nach einem Vortrag auf Englisch.
Ihr Ostermann
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